Die Proliferationstherapie ist ein hochwirksames Injektionsverfahren zur Behandlung von Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates. Dieses alternative Verfahren wurde in den USA entwickelt und die Wirksamkeit in Studien vielfach belegt. Die Anwendung erfordert ein ganzheitliches Verständnis bezüglich der Schmerzentstehung .

Anwendung findet die Therapie bei Schmerzen im Bereich der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule und der Kreuz-Darmbein-Gelenke (insbesondere bei ständig wiederkehrenden Blockierungen) sowie bei chronischen Schmerzen durch Gelenkarthrose (z.B. Knie-, Sprung-, Zehen-, Daumen-, Finger-, Schultergelenk).

Bei chronischen Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates liegt meist eine Überlastung der Band- und Sehnenstrukturen vor. Es kommt zu lokalen entzündlichen Veränderungen und einer Insuffizienz dieser Strukturen. Besonders häufig tritt diese Problematik an der Lendenwirbelsäule auf. Hier klagen die Betroffenen über Schmerzen im Liegen oder Sitzen, oft wird ein „Durchbrechgefühl“ beschrieben. Schon beim leichten Beugen nach vorne, z.B. beim Zähneputzen, treten Schmerzen auf. Zudem kommt es gehäuft zu einem sog. „Hexenschuß“, also einer Blockierung aufgrund der Instabilität. Oft kommt es auch zu einer Schmerzausstrahlung in die Beine, wobei dieser „Ischias“-artige Schmerz nicht durch die Abklemmung eines Nerven, sondern über Bänder, Sehnen und Muskeln fortgeleitet wird.

Durch die exakte Injektion einer hochprozentigen Glucose- (Traubenzucker) / Lokalanästhetikum-Lösung an die Ansätze der Schmerz auslösenden Bänder, Sehnen oder Gelenkkapseln resultiert ein Reiz im entsprechenden Gewebe, den der Körper mit einer Regeneration und einem Wachstum von Kollagen-Zellen vom Typ 1 beantwortet. Durch diesen Reparaturvorgang kommt es zum einen zu einer Schmerzreduktion, zum anderen zu einer Stabilisierung des Gelenkes oder Wirbelsäulenabschnittes.

Im Gegensatz zu den üblicherweise angewandten und eher kurz wirksamen kortisonhaltigen Injektionen, ist der Therapieeffekt bei der Proliferationstherapie nachhaltig. In Nachuntersuchungen zeigte sich auch Jahre nach der Behandlung eine anhaltende Schmerzreduktion, im optimalen Fall sogar komplette Schmerzfreiheit.